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Gotteswort

17. Dezember 2017


3. Adventssonntag (Gaudete)

In der 2. Lesung ertönen Appelle zur Freude, zum Gebet, zur Danksagung und zum friedlichen Zusammenwirken. Mehr als imperativ geforderte Pflichtübungen sind es Grundhaltungen, die im Geist verwurzelt sind, den Jesus (der Jesaja–Prophetie entsprechend) in die Welt bringt. Ihn bezeugt die andere adventliche Gestalt, Johannes der Täufer.

Kyrie

Christus, du kommst als das Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Herr, erbarme dich.
Johannes hat von dir Zeugnis gegeben. Christus, erbarme dich.
Du bist der Messias. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, sieh gütig auf dein Volk, das mit gläubigem Verlangen das Fest der Geburt Christi erwartet. Mache unser Herz bereit für das Geschenk der Erlösung, damit Weihnachten für uns alle ein Tag der Freude und der Zuversicht werde. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 61,1–2a.10–11

Freude im Geist Gottes

Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung, damit ich ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.

Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt und der Garten die Pflanzen hervorbringt, so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor und Ruhm vor allen Völkern.

Die Befreiung und das Danklied

Der „Dritte Jesaja“ verweist zuerst auf seine Berufung. Er hat den Geist Gottes erfahren dürfen. Er ist gesalbt und gesandt als Künder von Heilung, Befreiung und Erlösung. – Er und mit ihm das Volk werden Anteil erhalten am Leben Gottes. Der Dank der Armen äussert sich in einem Hymnus der Freude, wie er ähnlich im Lobgesang Marias erklingen wird. (Frisque)

Antwortspalm

Lk 1, 46–50.53–54

Der Lobgesang Marias


R: Jubeln soll mein Herz in meinem Gott.


Meine Seele preist die Grösse des Herrn,
und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd
hat er geschaut.
Siehe, von nun an
preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Grosses an mir getan
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die ihn fürchten.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an
und denkt an sein Erbarmen,

2. Lesung

1 Thes 5,16–24

Leben im Geist

Freut euch zu jeder Zeit! Betet ohne Unterlass! Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört. Löscht den Geist nicht aus! Verachtet prophetisches Reden nicht! Prüft alles und behaltet das Gute! Meidet das Böse in jeder Gestalt!

Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre euren Geist, eure Seele und euren Leib unversehrt, damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr, kommt. Gott, der euch beruft, ist treu; er wird es tun.

Leben im Geist Christi

Paulus fordert in einprägsamen Appellen auf zu einem geistlichen Leben (Freude, Gebet, Danksagung) und zu einem harmonischen Zusammenwirken der Charismen in der Gemeinde, sowie zur Ablehnung des Bösen. Der positive Grundton setzt den existentiellen Glauben an die Gegenwart des Auferstandenen in der Gemeinde und den Ausblick auf sein Kommen voraus, das sich mitten im Alltag ereignet. Der Christ lebt grundsätzlich in einem Horizont des Friedens nicht des Bösen. (vgl. O. Knoch)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja, Halleluja. Der Geist des Herrn ruht auf mir; er hat mich gesandt, um den Armen die Heilsbotschaft zu bringen. Halleluja.

Evangelium

Joh 1,6.8.19–28

Johannes – Seine Aussgage über Jesus

Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Dies ist das Zeugnis des Johannes: Als die Juden von Jerusalem aus Priester und Leviten zu ihm sandten mit der Frage: Wer bist du?, bekannte er und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Messias. Sie fragten ihn: Was bist du dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da fragten sie ihn: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Auskunft geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme, die in der Wüste ruft: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.

Unter den Abgesandten waren auch Pharisäer. Sie fragten Johannes: Warum taufst du dann, wenn du nicht der Messias bist, nicht Elija und nicht der Prophet? Er antwortete ihnen: Ich taufe mit Wasser. Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt und der nach mir kommt; ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Dies geschah in Betanien, auf der anderen Seite des Jordan, wo Johannes taufte.

Die Grösse des Johannes im Zeugnis für den Grösseren

Noch Jahrzehnte nach Ostern existierte die von Johannes dem „Täufer“ (Josephus Flavius!) initierte Bewegung, deren Verhältnis zu Jesus nicht klar war. Für den Evangelisten Johannes war das Grund genug, in den hymnischen Prolog seines Evangeliums (auf den überzeitlichen LOGOS, das LEBEN, das LICHT!) Sätze auf Johannes den Täufer einzuflechten. Das heutige Evangelium übernimmt daraus grundsätzliche Worte auf Johannes den Täufer und veranschaulicht dann Sendung und Identität des Täufers.

1,6.8: Aus dem Prolog: Anders als vom LOGOS heisst es wörtlich: „Geworden (egéneto) ist ein Mensch“. Der Täufer ist ein vergänglicher Mensch, aber er ist ein Gesandter Gottes. Er ist nicht selber das LICHT, soll aber das LICHT bezeugen. Im ganzen 4. Evangelium wird Jesus erklären: „Ich bin das LICHT, das LEBEN…

19–23: Das Zeugnis: Vertreter der Jerusalemer Behörden befragen den Täufer. Er antwortet entschieden und knapp, nicht selber die von vielen erwartete Endzeitgestalt zu sein: „Ich bin nicht!“ Nach seiner Identität gefragt, nennt er sich „Stimme eines Rufers in der Wüste“, also in der dunklen, lebensfeindlichen Wüstensituation. Das Jesaja–Zitat „Ebnet den Weg!“ besagt mehr als eine vage, künftige Vorbereitung, nämlich eine konkrete Arbeit an den jetzigen Wegverhältnissen.

24–28: Die wahre Funktion des Zeugen: Nun treten Pharisäer auf. Sie sind zur Zeit der Evangelisten die schärfsten Gegner der Christen, und zur Zeit Jesu haben sie ihm dauernd widersprochen: ein Gegenpol zu ihm, dem LOGOS. Auf ihre Frage antwortet der Täufer, typisch johanneisch, in verhüllter Sprache. Gleichsam vorausblickend spricht er von der künftigen Taufe. Er weist als mutiger Zeuge auf Jesus als den in der (ungläubigen) Sicht der Pharisäer „Unbekannten“. Dieser ist hoch erhaben über den „gewordenen“ Täufer, dessen Dienst ganz auf den Kommenden, ausgerichtet ist.

Für uns wichtig: Wer ist für uns dieser Jesus von Nazaret, auf dessen Namen wir getauft sind? Ist der Tauf–Glaube an ihn schwach oder stark? Droht das lebensfeindliche Nein des Unglaubens, das kommende Licht des Erlösers zu verdunkeln? Vgl. J. Kremer; A. Stimpfle, www.perikopen.de

Fürbitten

Christus, du bist das Licht, das uns im Dunkeln leuchtet:

  • Lass deinen Leben spendenden Geist auf allen Glaubenden ruhen.
  • Dein Geist beseele Arbeit, Gebet und Lebenszeugnis der Gläubigen.
  • Hilf der Kirche, im Geist der Unterscheidung alles zu prüfen und das Gute zu behalten.
  • Steh allen bei, die ausgebrannt oder gebrochenen Herzens sind.
  • Zeig den Regierenden Wege zum Frieden unter den Völkern.
  • Segne alle, die sich unserem Gebet empfehlen.

Das erbitten wir heute von dir, Herr Jesus Christus, der du verborgen unter uns lebst – heute, morgen und in alle Ewigkeit. Amen.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, komm durch dieses heilige Mahl uns schwachen Menschen zu Hilfe. Reinige uns von Schuld und mache uns bereit für das kommende Fest. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.