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Gotteswort

19. Dezember 2017


19. Dezember (O Spross)

Die Juden sahen in Krankheit, Altersschwäche oder Unfruchtbarkeit eine Strafe, während sie Kraft und Stärke als Eigenschaft Gottes und als sein Geschenk betrachteten. – Die erste Lesung, die im Blick auf den kommenden Messias gewählt ist, bekundet diese Sicht. Das Evangelium, das zwar erst vom Vorläufer Jesu spricht, setzt andere Akzente: 1. Gottes Kraft kann menschliche Schwäche überbieten. 2. Wesentlich ist ein Glaube, der den Zweifel besiegt.

Kyrie

Christus, dein Kommen wird von Engeln verkündet. Herr, erbarme dich.
Johannes hat dir den Weg bereitet. Christus, erbarme dich.
Dein Kommen erfüllt die ganze Welt mit Freude. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Ewiger Gott, durch die Geburt deines Sohnes aus der Jungfrau Maria hast du vor der Welt deine Herrlichkeit offenbar gemacht. Lass uns das unfassbare Geheimnis der Menschwerdung in unverfälschtem Glauben bewahren und in liebender Hingabe feiern. Darum bitten wir durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ri 13,2–7.24–25a

Ankündigung und Geburt des Simson

In jenen Tagen lebte in Zora ein Mann namens Manoach, aus der Sippe der Daniter; seine Frau war unfruchtbar und hatte keine Kinder.

Der Engel des Herrn erschien der Frau und sagte zu ihr: Gewiss, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder; aber du sollst schwanger werden und einen Sohn gebären. Nimm dich jedoch in Acht und trink weder Wein noch Bier und iss nichts Unreines! Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Es darf kein Schermesser an seine Haare kommen; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein. Er wird damit beginnen, Israel aus der Gewalt der Philister zu befreien.

Die Frau ging und sagte zu ihrem Mann: Ein Gottesmann ist zu mir gekommen; er sah aus, wie der Engel Gottes aussieht, überaus Furcht erregend. Ich habe ihn nicht gefragt, woher er kam, und er hat mir auch seinen Namen nicht genannt. Er sagte zu mir: Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Trink jedoch keinen Wein und kein Bier und iss nichts Unreines; denn der Knabe wird von Geburt an ein Gott geweihter Nasiräer sein, bis zum Tag seines Todes.

Die Frau gebar einen Sohn und nannte ihn Simson; der Knabe wuchs heran und der Herr segnete ihn. Dann aber begann der Geist des Herrn, ihn umher zu treiben.

Ankündigung der Geburt Simsons

Die Simsonlegende betont die Stärke Gottes, ganz im Sinn des Alten Testaments. Die Kraft Gottes zeigt sich bei der Geburt Simsons aus einer kinderlos gebliebenen Frau. Die Kraft Gottes wird sich später in den Heldentaten Simsons zeigen, der als Retter seines Volkes auftritt. Mit legendären Zügen wird Simson als ein berufener Gottesmann gekennzeichnet. – Ähnliche Züge wie bei der Ankündigung Simsons finden sich bei der Ankündigung der Geburt Jesu, der als Retter kommt. Doch Jesus selber wird nicht mit äusserer Stärke auftreten und sich nicht mit den Mächtigen verbünden. Er wird von der Kraft des Heiligen Geistes sprechen.

Antwortspalm

Psalm 71,3–6b.16–17


R: Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob.


Sei mir ein sicherer Hort,
zu dem ich allzeit kommen darf.
Denn du bist mein Fels und meine Burg.
Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers.

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht,
meine Hoffnung von Jugend auf.
Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich,
vom Mutterschoss an bist du mein Beschützer.

Ich will kommen in den Tempel Gottes, des Herrn,
deine grossen und gerechten Taten allein
will ich rühmen.
Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf
und noch heute verkünde ich
dein wunderbares Walten.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Du Spross aus Isais Wurzel, gesetzt zum Zeichen für die Völker: komm und errette uns, erhebe dich, säume nicht länger! Halleluja.

Evangelium

Lk 1,5–25

Die Verheissung der Geburt des Täufers

Zur Zeit des Herodes, des Königs von Judäa, lebte ein Priester namens Zacharias, der zur Priesterklasse Abija gehörte. Seine Frau stammte aus dem Geschlecht Aarons; sie hiess Elisabet.

Beide lebten so, wie es in den Augen Gottes recht ist, und hielten sich in allem streng an die Gebote und Vorschriften des Herrn. Sie hatten keine Kinder, denn Elisabet war unfruchtbar, und beide waren schon in vorgerücktem Alter.

Eines Tages, als seine Priesterklasse wieder an der Reihe war und er beim Gottesdienst mitzuwirken hatte, wurde, wie nach der Priesterordnung üblich, das Los geworfen, und Zacharias fiel die Aufgabe zu, im Tempel des Herrn das Rauchopfer darzubringen. Während er nun zur festgelegten Zeit das Opfer darbrachte, stand das ganze Volk draussen und betete.

Da erschien dem Zacharias ein Engel des Herrn; er stand auf der rechten Seite des Rauchopferaltars. Als Zacharias ihn sah, erschrak er und es befiel ihn Furcht.

Der Engel aber sagte zu ihm: Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet ist erhört worden. Deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn gebären; dem sollst du den Namen Johannes geben. Grosse Freude wird dich erfüllen und auch viele andere werden sich über seine Geburt freuen.

Denn er wird gross sein vor dem Herrn. Wein und andere berauschende Getränke wird er nicht trinken und schon im Mutterleib wird er vom Heiligen Geist erfüllt sein. Viele Israeliten wird er zum Herrn, ihrem Gott, bekehren.

Er wird mit dem Geist und mit der Kraft des Elija dem Herrn vorangehen, um das Herz der Väter wieder den Kindern zuzuwenden und die Ungehorsamen zur Gerechtigkeit zu führen und so das Volk für den Herrn bereit zu machen.

Zacharias sagte zu dem Engel: Woran soll ich erkennen, dass das wahr ist? Ich bin ein alter Mann und auch meine Frau ist in vorgerücktem Alter.

Der Engel erwiderte ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und ich bin gesandt worden, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. Aber weil du meinen Worten nicht geglaubt hast, die in Erfüllung gehen, wenn die Zeit dafür da ist, sollst du stumm sein und nicht mehr reden können bis zu dem Tag, an dem all das eintrifft.

Inzwischen wartete das Volk auf Zacharias und wunderte sich, dass er so lange im Tempel blieb. Als er dann herauskam, konnte er nicht mit ihnen sprechen. Da merkten sie, dass er im Tempel eine Erscheinung gehabt hatte. Er gab ihnen nur Zeichen mit der Hand und blieb stumm.

Als die Tage seines Dienstes (im Tempel) zu Ende waren, kehrte er nach Hause zurück. Bald darauf empfing seine Frau Elisabet einen Sohn und lebte fünf Monate lang zurückgezogen. Sie sagte: Der Herr hat mir geholfen; er hat in diesen Tagen gnädig auf mich geschaut und mich von der Schande befreit, mit der ich in den Augen der Menschen beladen war.

Ankündigung der Geburt eines Propheten

Diese Erzählung stammt aus der Täuferbewegung: Sie entspricht den alttestamentlichen Ankündigungen der Geburt eines Gottesmannes oder eines Propheten: die Erscheinung eines Engels; die Umschreibung der künftigen Sendung; die Überwindung eines Hindernisses; die Nennung des Namens; das „Zeichen“. Die Ankündigung der Geburt des Johannes erfolgt in einem bestimmten geschichtlichen Zeitpunkt, und sie erfolgt im Tempel, während des Gottesdienstes. Johannes („Gott ist gnädig“) wird gross sein, denn: 1. seine Geburt bringt „grosse Freude“, also den Jubel der beginnenden Heilszeit; 2. er wird nicht Wein trinken, sondern vom Geist Gottes erfüllt sein; 3. er wird viele Israeliten zu Gott bekehren; 4. er wird wie ein Elija prophetisch wirken und dem Herrn den Weg bereiten. – Lukas übernimmt die Verkündigung der Geburt Christi aus einer frühen Christengemeinde einen parallel zur Johanneserzählung gestalten Bericht. Die Ankündigung der Geburt Christi, obgleich parallel gestaltet, überbietet aber alles was über den Täufer gesagt wurde, um so den Glauben an die Menschwerdung Gottes zu verkünden. Der Glaube Marias wird sich vom Zweifel des Zacharias abheben. Und: Im Heiligen Geist ist Fruchtbarkeit auf einer höheren Ebene als der biologischen möglich.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Sohn der Jungfrau Maria:

  • Lass die Christen mit wachem Herzen dein Kommen erwarten.
  • Bewahre alle im Gottesdienst Mitwirkenden vor Oberflächlichkeit.
  • Öffne die Augen der Zweifelnden für dein Wirken in ihrem Leben.
  • Mache unsern Dienst im Gotteshaus zu einem Zeugnis für dein Kommen.

Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, wir danken dir, dass du deinen Sohn sendest, um Licht in unser Leben zu bringen, damit wir aus dem Dunkel von Schuld oder Zweifel den Weg zu dir finden. Dir sei Lob und Ehre, jetzt und in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, wir danken dir für die empfangenen Gaben und bitten dich: Reinige unser Herz und schenke uns Verlangen nach dem kommenden Heil, damit wir in der rechten Weise das Fest der Geburt unseres Erlösers begehen, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

 
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